Corona-Impfungen: Wie funktionieren sie und wie lang wirken sie? 

Täglich erreichen uns neue Nachrichten und Richtlinien in Bezug auf die Corona-Impfungen. Das, was uns alle wohl am meisten interessiert, ist die Frage nach der Effizienz der Impfstoffe, insbesondere bei der Delta- und Omikron-Variante. Studien haben ergeben, dass alle Impfstoffe schon wenige Monate nach der zweiten Impfung an Wirkung verlieren. Aber was heißt das in der Praxis und was passiert eigentlich im Körper, wenn wir geimpft werden?

Wie funktionieren die Impfstoffe? 

Bei den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe. Sie enthalten keine Bestandteile des Coronavirus, sondern einen genetischen Bauplan für das Protein, welches sich auf der Oberfläche des Coronavirus befindet. Wenn eine Person geimpft wird, dann wird dieser Bauplan mithilfe der Fett-Nanokörperchen in die Körperzellen transportiert. Es kommt zur Herstellung des Corona-Proteins, auch S-Protein genannt. Unser Immunsystem löst eine Reaktion aus, bildet Antikörper und T-Zellen gegen das fremde Protein. Das hat zur Folge, dass bei einer Infektion das Coronavirus vom Körper erkannt und bekämpft wird.

Die Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson funktionieren etwas anders, basieren aber ebenfalls auf der Gentechnik. Bei diesen Impfstoffen transportiert ein für den Menschen harmloses und sich nicht vermehrendes Virus das Spike-Protein des Coronavirus. Dieses verursacht, dass der Transportstoff (Vektorvirus) im Körper in kurzer Zeit abgebaut wird. Das Spike-Protein führt zum gleichen Prozess wie die mRNA-Impfstoffe und gewährleistet somit ebenfalls einen Impfschutz.

Welche Impfstoffe sind die wirksamsten?

Wissenschaftler der schwedischen Universität in Umeå sind zur Erkenntnis gekommen, dass der Infektionsschutz bei allen genannten Impfungen nach einigen Monaten nachlässt (zur Studie). So zeigte der Impfstoff von BioNTech/Pfizer 15 bis 30 Tage nach der Verabreichung der zweiten Impfung eine Wirksamkeit von 92 Prozent gegen eine Coronavirus-Infektion. Bereits nach 121 bis 180 Tagen lag die Wirksamkeit aber nur noch bei 47 Prozent. AstraZeneca verliert seine Wirksamkeit sogar noch schneller: Schon 121 Tage nach der zweiten Impfung zeigte er keine Wirkung mehr gegen eine Infektion mit Krankheitsanzeichen. Im Gegensatz dazu wies der Moderna-Impfstoff ein langsameres Absenken der Wirksamkeit auf: Nach 180 Tagen schützt er bis zu 59 Prozent vor einer Infektion mit Symptomen

Im Fall einer Kreuzimpfung, also AstraZeneca und ein mRNA-Impfstoff, sank die Wirksamkeit etwas langsamer und war nach 121 Tagen nach wie vor vorhanden. Johnson & Johnson ist in der Studie nicht zu finden, da in Schweden damit nicht geimpft wurde. Allerdings schätzt das Robert-Koch-Institut ein, dass die einmalige Johnson & Johnson-Impfung nur zu 70 % vor einem schweren Verlauf schützt. Eine US-Studie ergab sogar, dass dieser Impfstoff nach sieben Monaten nur bis zu 13 Prozent vor einer Infektion schützt. Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Booster-Impfung schon ab 4 Wochen nach Verabreichung des Johnson & Johnson-Impfstoffes.

Impfstoffe sollen vor schwerem Verlauf schützen

Egal welcher Impfstoff, alle haben etwas gemeinsam: Sie sollen nicht primär gegen eine Infektion, sondern insbesondere vor Sars-CoV2-Komplikationen schützen, die womöglich einen Krankenhausaufenthalt erfordert oder im schlimmsten Fall zum Tod führt.

Wieso ist es überhaupt wichtig, geimpft zu sein?

Wenn man vollständig geimpft ist, senkt man damit die Wahrscheinlichkeit um etwa 90 Prozent, an COVID-19 zu erkranken. Die Daten dazu stammen aus dem Living Systematic Review der Geschäftsstelle der STIKO. Im Klartext heißt das: Als geimpfte Person wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schwer erkranken. Allerdings ist der Impfschutz bei jüngeren Personen ausgeprägter als bei älteren.

Schützen die Impfungen vor den neuen Covid-Varianten?

Aktuellen Studien und Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge, schützen die verfügbaren Impfstoffe auch gegen die bisherigen Virusvarianten. Allerdings zeigt auch die Living Systematic Review, dass die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca bei der Delta-Variante um 10-20 Prozent weniger effektiv sind als bei der Alpha-Variante. Aus diesem Grund sollte eine dritte Impfung verabreicht werden, um den maximalen Schutz zu erreichen. Sie ist auch im Kampf gegen die neueste Omikron-Variante wichtig.

Wieso ist die Booster-Impfung so entscheidend?

Mit einer dritten Impfung sind Sie auf der sicheren Seite, auch bei der raschen Ausbreitung der südafrikanischen Omikron-Variante. Denn vorläufige Laborstudien zeigen bereits, dass drei Impfungen die Variante neutralisieren können. Wenn Sie nur zwei Impfungen erhalten haben, kann das womöglich nicht ausreichend sein. „Es sieht nicht gut aus, für zweifach Geimpfte. Dritte Dosis ist nötig“, twitterte der Charité-Virologe Christian Drosten vor einigen Tagen. Schützen Sie also sich und andere, indem Sie eine Booster-Impfung erhalten.

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Merita Bijedic
Account Manager

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