Einsame Mitarbeiter: Was können Chefs dagegen tun?

Mit der Corona-Pandemie hat sich das Arbeitsleben einschneidend verändert. Im Home Office hat man monatelang nur über den Bildschirm kommuniziert. Vielen hat das psychische Probleme bereitet, zu Zoom-Fatigue und Einsamkeit geführt. Wie können Arbeitgeber damit umgehen und ihren Mitarbeitern helfen? 

Einsamkeit ist tückisch, sie kann größere psychische Probleme auslösen und sich natürlich auch auf die Arbeit auswirken. Jeder Mensch ist individuell und so ist es schwer einzuschätzen, wie viel Einsamkeit jeder verträgt. Wenn man sich aber allein fühlt und glaubt, den Anschluss verloren zu haben, ist das ernst zu nehmen. Denn Einsamkeit macht anfälliger für verschiedene Krankheiten: Depression und chronische Angstzustände zählen dazu, wie auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Jeder will glücklich sein und im Job wird das oft durch konstruktive Arbeit, ein freundliches Miteinander, Gespräche und Teamzusammenhalt erreicht. Mit digitalen Calls ist das noch schwieriger geworden, manchen erscheinen diese Interaktionen nicht mehr greifbar und real. Einsamkeit unter Beschäftigten ist aber nicht erst mit Corona aufgetreten — allerdings haben Untersuchungen ergeben, dass im Jahr 2020 die subjektive Einsamkeit deutlich angestiegen ist.

Drei Stufen der Einsamkeit 

In der Wissenschaft wird zwischen drei Stufen unterschieden: 

  1. Vorübergehende Einsamkeit: So etwas kommt bei uns allen vor, insbesondere nach traurigen Ereignissen oder Enttäuschungen. Das ist ein Gefühl, das kurzfristig entsteht und auch in vielen Fällen bald wieder allein verschwindet. 
  2. Schrittweiser Rückzug in die Einsamkeit: Wenn die vorübergehende Einsamkeit jedoch länger anhält und sich mit der Zeit intensiviert (manchmal passiert das in Wellen), haben Menschen das Gefühl, dass sie sich zurückziehen (müssen). Das Verhalten anderer wird missverstanden, was zur weiteren Isolation führen kann. 
  3. Permanente Einsamkeit: In dieser Stufe ist die Einsamkeit bereits chronisch und kann alle Lebensbereiche betreffen. Sie kann zu Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen führen. 

Was kann der Arbeitgeber dagegen tun?  

Jeder Unternehmer hat eine Fürsorgepflicht seinen Mitarbeitern gegenüber. Wenn andauernd im Home Office gearbeitet werden muss, hat der Arbeitgeber die möglichen Risiken zu untersuchen, damit es zu keinen gesundheitlichen Schäden kommt. Folgende Maßnahmen können beispielsweise gesetzt werden: 

  1. Individuelle Wünsche berücksichtigen: Falls Ihr Betrieb eine Mischung zwischen mobiler Arbeit und Präsenzarbeit ermöglicht, können Sie Ihre Mitarbeiter fragen, welches Modell ihnen mehr zusagt und ob eventuell eine Mischung interessant ist (Beispiel: 3 Tage Präsenz im Büro, 2 Tage Home Office).  
  2. Neue digitale Formate ausprobieren: Mobil zu arbeiten sollte nicht heißen nur über Zoom Meetings abzuhalten. Man kann genauso gemeinsam über Zoom auf etwas anstoßen, individuelle Gespräche führen, Geburtstage feiern usw. Es gibt inzwischen viele digitale Tools für Teambuilding und -stärkung. Probieren Sie es aus! Wir leben in einem Zeitalter der digitalen Experimente, so wird auch die Arbeit auf dem Bildschirm mehr Spaß machen. 
  3. Unzufriedenheiten erkennen: Falls Sie als Unternehmer bemerken, dass es einem Mitarbeiter nicht gut geht, sollten Sie das in Zeiten mobiler Arbeit besonders ernst nehmen. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern vertrauensvolle Gespräche an und haben Sie ein offenes Ohr für ihre Sorgen. 
  4. Unterstützung durch Sicherheitsbeauftragten: Damit es zu keinen negativen Veränderungen in der Belegschaft kommt, können Sie präventiv durch Ihren Sicherheitsbeauftragten Hilfsangebote erstellen und allen Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Wenn ein Mitarbeiter merkt, dass es ihm nicht gut geht, weiß er, an wen er sich wenden soll und welche Möglichkeiten es gibt, seine Situation zu verbessern. 

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