Wie gefährlich ist das Coronavirus noch? 

Seit Anfang April sind die meisten Beschränkungen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingeführt wurden, ausgelaufen. So müssen unter anderem an den meisten Orten keine Masken mehr getragen werden, Kontaktbeschränkungen sind aufgehoben, die Homeofficepflicht entfällt. Dabei stellt sich die Frage, wie gefährlich überhaupt das Coronavirus noch ist, ob und wie man sich noch schützen sollte.

Mehr Freiheit trotz hoher Infektionszahlen

In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns an das Tragen einer Maske, das regelmäßige Testen und andere Pandemie-Einschränkungen gewöhnt. Was vor 2019 unvorstellbar war, wurde schnell zur Realität. Die neuen Regeln kommen da wie ein Befreiungsschlag und trotzdem haben viele Menschen noch immer die Sorge vor einer Infektion. Die Inzidenz ist weiterhin sehr hoch und täglich werden neue Infektionsfälle gemeldet. Die Bundesregierung geht davon aus, dass es trotz dieser sehr hohen Zahl zu keiner Überlastung des Gesundheitssystems kommen wird. Doch kehren wir wirklich zur Normalität zurück?

Länder entscheiden über Regelungen

Mit dem neuen Gesetz entfällt die generelle Maskenpflicht in Innenräumen. Sie müssen nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Flugzeugen getragen werden. Ob sie in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen getragen werden müssen, hängt von den Anordnungen der jeweiligen Bundesländer ab. Auch eine Testpflicht kann regional angeordnet werden. Demzufolge treffen in Zukunft die Länder die Entscheidungen für weitere Regelungen. Wird eine Region wieder zum Hotspot erklärt, so kann man dort auch wieder schärfere Regeln erlassen.

Zwei Impfungen reichen nicht aus

Die derzeit vorherrschende Omikron-Variante ist durch die vielen Mutationen besonders ansteckend, jedoch ist der Krankheitsverlauf oft mild. Omikron ist ansteckender als die Vorgängervariante Delta, führte aber zu 30 Prozent weniger Krankenhauseinlieferungen. Allerdings gibt es auch hier die Gefahr von Gehirn- und Organschäden. Die Impfung ist somit noch das wichtigste Mittel, um sich vor schlimmen Verläufen der Erkrankung zu schützen. Dennoch hat eine dänische Studie gezeigt, dass zwei Impfungen nicht mehr ausreichen, um vollen Schutz zu gewährleisten. Eine Booster-Impfung hilft, um den vollen Impfschutz aufrechtzuerhalten.

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Beschwerden trotz mildem Verlauf

Mit der Omikron-Variante hat sich das Virus stark verändert. Das Virus kann sich nach dem Eindringen in den Körper in den oberen Atemwegen bis zu 70-mal schneller vermehren als die Delta-Variante. Zwar sorgt Omikron eher für milde Verläufe, allerdings kann auch das sehr unangenehm für den Betroffenen sein. Neben hohem Fieber kann es zu Schüttelfrost und starken Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Als milden Verlauf beschreiben Ärzte die Situation, wenn der Patient im Ruhezustand keine Atemnot hat. Sofern man Sauerstoff benötigt, spricht man von einem moderaten Verlauf.

Spätfolgen sind möglich

Selbst mit einem milden Verlauf kann es also aufgrund der Omikron-Variante zu Spätfolgen kommen. Viele Betroffen leiden an Atemlosigkeit, Erschöpfung und Problemen mit dem Herzen. Einer Studie zur Folge konnten auch zehn Monate nach der milden Infektion noch Veränderungen an Herz oder Lunge beobachtet werden. Selbst das Gehirn kann angegriffen werden, wo es zu einer Veränderung der grauen Substanz und zu einer Verkleinerung des Gehirns kommen kann. Wir werden erst in den kommenden Jahren durch Untersuchungen feststellen können, welches Ausmaß die verschiedenen Corona-Varianten auf die Menschen hatten.

5 Tipps, um sich vor dem Coronavirus zu schützen:

  1. Impfen lassen: Mit zwei Impfungen und einer Booster-Impfung sind Sie am besten gegen das Virus geschützt.
  2. Tragen Sie eine Maske: Auch wenn die Maskenpflicht aufgehoben ist. Insbesondere, wenn Sie sich in Räumen mit mehreren Menschen aufhalten.
  3. Hygiene beachten: Desinfizieren Sie regelmäßig die Hände.
  4. Abstand halten: Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen.
  5. Nies- und Husten-Etikette einhalten: Niesen und husten Sie nur in die Ellenbeuge oder in Einmaltaschentücher. Berühren Sie nicht Ihren Mund oder Ihre Nase, bevor Sie Ihre Hände desinfiziert haben.

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Nils Olms
Facharzt für Arbeitsmedizin und Innere Medizin

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