Strahlenschutz-Untersuchung: Pflicht & Ablauf

Mitarbeiter in Schutzkleidung mit Strahlenschutz-Behälter.

Die Strahlenschutz-Untersuchung ist die gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Überwachung von Beschäftigten, die bei der Arbeit ionisierender Strahlung ausgesetzt sind, etwa durch Röntgengeräte oder radioaktive Stoffe. Sie wird ausschließlich von behördlich ermächtigten Ärzten durchgeführt und prüft, ob gegen die Tätigkeit gesundheitliche Bedenken bestehen.

Viele Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten im Rahmen ihrer Tätigkeiten mit Röntgengeräten oder radioaktiven Stoffen. Die Strahlenmenge wird bei manchen durch amtliche Messgeräte, sogenannte Dosimeter, erfasst. Wenn die Strahlenmenge einen gewissen Wert übersteigt, gilt der Mitarbeiter als beruflich strahlenexponierte Person.

Wer braucht eine Strahlenschutz-Untersuchung?

Wer überwacht werden muss, richtet sich nach der Einstufung der Beschäftigten in Kategorien. Typische Einsatzbereiche sind Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie, Materialprüfung, Forschung und kerntechnische Anlagen.

  • Mitarbeitende in Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie
  • OP-Personal mit Einsatz von C-Bögen
  • Kardiologie-, Angiographie- und Kerzkathererlabore
  • Zahnärztliche Praxen mit Röntgeneinrichtungen
  • Werkstoffprüfer und Beschäftigte der zerstörungsfreien Materialprüfung
  • Forschungs- und Industrieeinrichtungen mit radioaktiven Stoffen der Strahlenquellen

Pflicht ist die Untersuchung für beruflich exponierte Personen der Kategorie A, also Beschäftigte, die mehr als 6 Millisievert (mSv) effektive Dosis pro Jahr erhalten können. Sie müssen vor Beginn der Tätigkeit und danach jährlich untersucht werden ( § 77 StrlSchV). Für Kategorie B (mehr als 1 mSv pro Jahr) ist sie nur Pflicht, wenn die zuständige Behörde sie anordnet.

Strahlenschutzuntersuchung am Arbeitsplatz.

Gemäß § 79 Strahlenschutzgesetz (StrSchG) und §§ 77 – 81 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) dürfen Arbeitgeber beruflich strahlenexponierte Personen nur dann einsetzen, wenn diese regelmäßig (Kategorie A) bzw. auf Anordnung der Behörde (Kategorie B) die Strahlenschutzuntersuchung nachweisen und dabei die gesundheitliche Eignung durch einen ermächtigten Arzt bestätigt wird.

Wie oft muss die Strahlenschutz-Untersuchung wiederholt werden?

  • Erstuntersuchung: innerhalb eines Jahres vor der ersten Tätigkeit als Kategorie-A-Person
  • Erneute Untersuchung: spätestens ein Jahr nach der letzten Untersuchung: zwischendurch ist auch eine Beurteilung ohne Untersuchung möglich, wenn in den letzten zwölf Monaten untersucht wurde.
  • Ergebnis: eine ärztliche Bescheinigung mit der Einstufung „tauglich“, „bedingt tauglich“ (mit Auflage) oder „nicht tauglich“.

Wer darf die Strahlenschutz-Untersuchung durchführen?

Bei der ärztlichen Untersuchung müssen die Arbeitsplatzgegebenheiten und die damit verbundenen Belastungen berücksichtigt werden. Die Untersuchung nach Strahlenschutzgesetz, kann nur durch ermächtigte Ärzte durchgeführt werden, die auch über die im Strahlenschutz notwendige Fachkunde verfügen. Mit der ärztlichen Untersuchung soll die gesundheitliche Eignung beruflich strahlenexponierter Personen geprüft werden.

Angebot zur Strahlenschutz-Untersuchung

Betriebsarztservice führt die Strahlenschutz-Untersuchung am Standort Rostock und Düsseldorf durch ermächtigte Ärzte durch, inklusive ärztlicher Bescheinigung für Ihre Strahlenschutz-Dokumentation. Termine erhalten Sie kurzfristig an unseren Standorten.

Wie läuft die Strahlenschutz-Untersuchung ab?

Der ermächtigte Strahlenschutzbeauftragte (dieser ist durch den Strahlenschutzverantwortlichen zu ernennen und zu bestellen) entscheidet, welche Mitarbeiter in die Kategorie A oder B eingeteilt werden und für wen eine Untersuchung notwendig ist. Die ärztliche Überwachung beruflich strahlenexponierter Personen beinhaltet die ärztliche Untersuchung und Beurteilung. Die Art und der Umfang der Untersuchung orientieren sich an Arbeitsbedingungen und der Art der Strahlenexposition. Im Rahmen der etwa halbstündigen Untersuchung wird unter anderem eine Auskultation von Herz und Lunge gemacht, die Lymphknoten abgetastet und eine Blutdruckmessung durchgeführt. Es erfolgt auch eine Untersuchung des Urins und Bluts und in bestimmten Fällen auch eine Lungenfunktionsmessung.

Welche Auswirkungen hat die Strahlung?

Wenn der Körper Strahlung ausgesetzt ist, kann das gesundheitliche Folgen haben. Bei der Exposition nimmt der Körper die Strahlungen auf. Wenn dies kontinuierlich über einen längeren Zeitraum erfolgt, kann das zur Veränderung innerhalb der körperlichen Zellstruktur und auch der DNA führen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, strahlenexponierte Personen zu schützen.

Rechtlicher Rahmen

Arbeitgeber sind verpflichtet, den Gesundheitsschutz strahlenexponierter Beschäftigter sicherzustellen. Die arbeitsmedizinische Untersuchung ist wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Strahlenschutzes und dient sowohl dem Schutz der Mitarbeitenden als auch der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen. Grundlage sind das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV).

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Nils Olms
Facharzt für Arbeitsmedizin und Innere Medizin
Nils Olms Standortleiter Berlin & Facharzt für Innere Medizin und Arbeitsmedizin

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