Woran Sind Sie interessiert?

Die meistgesuchten Themen

Grippe und Grippeschutz

Mit dem Herbst kommen die Viren. Wir fassen zusammen, was Sie über die Grippe und den Grippeschutz wissen müssen.

Grippaler Infekt oder Influenza?

Mit dem Spätherbst beginnt die Erkältungszeit. In dieser Zeit werden vermehrt Menschen an viralen Infekten der oberen Atemwege erkranken. Typische Symptome sind:

  • beginnendes Krankheitsgefühl
  • Husten
  • Schnupfen in Kombination mit Kopf- und Gliederschmerzen
  • leichtes Fieber

In der Regel sind diese Symptome nach einer Woche überstanden. Der Volksmund spricht vom „grippalen Infekt“.

Im Gegensatz hierzu ist eine echte Grippe (Influenza) eine potentiell schwere Erkrankung. Sie tritt auf mit plötzlich hohem Fieber und starker Beeinträchtigung des Allgemeinzustands. Eine Influenza hat eine hohe Komplikationsrate, welche zu einer saisonal erhöhten Mortalität führt. Patienten, die an einer Grippe erkranken, benötigen in der Regel zwei Wochen, um wieder zu genesen.

Die Viren werden häufig durch Tröpfcheninfektion übertragen: eine betroffene Person niest oder hustet und eine andere atmet die virushaltigen Tröpfchen ein. Auch Sekrete an Türklinken oder auf Knöpfen und Schaltern in öffentlichen Verkehrsmitteln können eine Grippeerkrankung auslösen, wenn man diese Stellen berührt und sich anschließend an die Nase oder die Augen fasst. Man spricht hier auch von einer Schmierinfektion. Durchschnittlich sind Erkrankte ab den ersten Grippesymptomen etwa fünf bis sieben Tage lang ansteckend – in manchen Fällen jedoch auch schon vor den ersten Anzeichen der Influenza.

Jedes Jahr kommt es zu einer weltweiten Grippewelle – diese tritt meist um den Jahreswechsel in Deutschland/Europa auf. Von Jahr zu Jahr variieren die Zahl der Infizierten und Erkrankten sowie die Anzahl der schweren Krankheitsverläufe und Todesfälle erheblich. Besonders gefährdet – insbesondere auch für Komplikationen während einer Grippe – sind schwangere Frauen, Personen im Alter von über 65 Jahren, chronisch Kranke und Personen mit einer Immun- oder Stoffwechselkrankheit.

Influenzaviren sind echte Verwandlungskünstler

Die Influenzaviren tragen verschiedene Oberflächenstrukturen (Hüllproteine), auf die unser Immunsystem mit einer Antikörperbildung reagieren kann. Unser Immunsystem wird dann bei entsprechendem Kontakt immun gegenüber dem Virus. Allerdings können Influenzaviren hochvariabel ihre Oberflächenstrukturen verändern. In der Grippezeit können deshalb viele verschiedene Variationen (Virenstämme genannt) zeitgleich auftreten.

Wie kann man sich vor der Grippe schützen?

Besonders wichtig während der Grippezeit ist eine gute Hygiene: um einer Erkrankung vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen für 20 bis 30 Sekunden mit Seife die Grundlage der Grippeprävention. Darüber hinaus sollte man sich nicht ins Gesicht fassen und, sofern möglich, Händeschütteln und größere Menschenansammlungen in der Grippesaison vermeiden. Da sich die Viren vor allem durch Niesen, Husten und das Sprechen in der Luft verteilen, empfiehlt es sich auch, alle Räume stündlich einmal durchzulüften. Dadurch wird die Anzahl der Keime in der Luft verringert.

Die WHO hat Influenza stets im Blick

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt Infektionsgeschehen stets aufmerksam. Dies soll einerseits der Erinnerung an historisch schwere Grippeepidemien dienen und andererseits die Variabilität des Influenzavirus festhalten. Die WHO empfiehlt deshalb jährlich, welche Influenzastämme Impfstoffhersteller berücksichtigen sollten, um möglichst effektiv impfen zu können. Die WHO unterscheidet in Ihren Empfehlungen zwischen sogenannten trivalenten (gegen 3 Stämme) und tetravalenten (4 Stämme) Impfstoffen.

Die aktuelle WHO Empfehlung für den tetravalenten Impfstoff 2019/2020 lautet:

  • A/Brisbane/02/2018 (H1N1)
  • A/Kansas/14/2017 (H3N2)
  • B/Colorado/06/2017 - like virus (B/Victoria/2/87 lineage)
  • B/Phuket/3073/2013 - like virus (B/Yamagata/16/88 lineage)

Damit verändert die WHO vorausschauend die Empfehlung im Vergleich zum Vorjahr 2018/2019.

Impfstoffherstellung ist aufwendig und sicher

Die Herstellung und Zulassung von Grippeimpfstoffen ist ein langwieriger Prozess. Er erfolgt unter strengen Kontrollen nach Europäischen Rechtsvorschriften und dem deutschen Arzneimittelgesetz. Die Grippeimpfstoffe enthalten keine intakten Viren, sondern „nur“ deren inaktive Oberflächenstrukturen (Hüllproteine), die das Immunsystem zur Antikörperbildung anregen. So wird das Immunsystem nach Impfung bei Kontakt mit dem echten Virus auf dessen Hülle mit einer Abwehrreaktion reagieren.

Bevor der entsprechende Impfstoff in Deutschland erhältlich ist, muss jede einzelne Impfcharge eines Herstellers vom Paul Ehrlich Institut (PEI) freigeben werden. Bei der komplexen Produktion (Impfstoffe werden durch Virusanzucht in Hühnereiern mit anschließender Aufreinigung produziert) und den hohen Qualitätsvorgaben kann es immer wieder zu sogenannten Produktionsengpässen kommen.

In der Regel stehen ab September (KW 40) die ersten Chargen bereit.

Welchen Impfstoff benutzt Betriebsarztservice?

Wir verwenden den von Mylan Healthcare® in den Niederlanden hergestellten tetravalenten Impfstoff Influvac Tetra®. Der Impfstoff beinhaltet die von der WHO angeratenen Stämme für die nördliche Hemisphäre für die Grippesaison 2019/2020, mit der zusätzlichen B Variante. Er wird seit 2017 unter PEI Kontrolle in den Niederlanden hergestellt. Influvac Tetra® wird in großer Stückzahl weltweit eingesetzt.  Eine hohe Sicherheit hinsichtlich der Datenauswertung zu potentieller Nebenwirkungen kann daher angenommen werden.

Der Impfstoff ist aktuell ab dem 3 Lebensjahr zugelassen.

Welche Personen sollten sich impfen lassen?

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut (RKI) wird folgenden Personen in Deutschland grundsätzlich eine saisonale Grippeschutzimpfung angeraten

  • ab 60 Jahren
  • Schwangere ab dem zweiten Trimester
  • Personen mit gesundheitlichen Gefährdungen infolge eines Grundleidens (wie z.B. Asthma, Diabetes mellitus)

Personen, die in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr arbeiten oder die als Infektionsquelle für Risikopatienten dienen könnten, wird die Impfung ebenfalls empfohlen.

Ist die betriebliche Impfung sinnvoll?

Nach Schätzungen des RKI fallen deutschlandweit jährlich zwischen 1 Millionen und 7 Millionen zusätzliche Arztkonsultationen in der Grippewelle an. Das RKI nimmt ebenfalls an, dass sich zwischen 5 und 20% der Bevölkerung jährlich an Influenzaviren infizieren (wobei nicht jeder Infizierte erkrankt). Das Angebot einer betrieblichen Impfung erscheint deshalb sinnvoll.

Grundsätzlich beruht eine Impfentscheidung auf Freiwilligkeit und vor jeder Impfung findet ein Aufklärungsgespräch zur individuellen Impfentscheidung unter ärztlicher Schweigepflicht statt.

Idealerweise findet eine Grippeimpfung bereits im Oktober oder November statt. Eine solche Impfung kann beim Arzt oder auch ganz bequem im Betrieb durchgeführt werden. Der Betriebsarzt bringt das Equipment hierfür mit und impft die Mitarbeiter schnell und unkompliziert vor Ort. Das hat viele Vorteile: insgesamt lassen sich mehr Menschen impfen, da sie dafür nicht extra zum Hausarzt müssen und die Ansteckungsgefahr wird dadurch reduziert.

Wirkt eine Grippeimpfung immer?

Gesunde Erwachsene können nach Grippeschutzimpfung eine Schutzwirkung von ca. 60 bis 70% annehmen. Die Wirksamkeit einer Impfung hängt von vielen verschieden Faktoren ab und variiert von Jahr zu Jahr. Dies beruht unter anderem darauf, inwieweit die im Impfstoff enthaltenen Virusvarianten den tatsächlich zirkulierenden Grippeviren entsprechen.

In Studien zeigt sich mit Blick auf den Gruppenvergleich – Geimpfte vs. Nicht-Geimpfte – in der Gruppe der Geimpften weniger schwere Grippeerkrankungen. Es gibt weniger Komplikationen und notwendige Krankenhausaufenthalte. Die Erkrankungsfälle an sich sind ebenfalls geringer.

Was kann ich sonst bei einer Grippewelle tun?

Waschen Sie sich regelmäßig die Hände. Fassen Sie sich nicht ins Gesicht. Meiden Sie Menschenmassen. Verzichten Sie auf Umarmungen und den Handschlag zur Begrüßung.

Husten Sie nicht in die Hände oder in die Richtung von anderen Menschen. Und bleiben Sie im Erkrankungsfall zu Hause!

Noch Fragen?

Sie wünschen eine individuelle Vorabberatung zu Ihrer persönlichen Impfentscheidung? Wir nehmen uns Zeit für Sie. Konsultieren Sie Ihren Betriebsarzt direkt im Rahmen einer telemedizinischen Beratung unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Team von Betriebsarztservice

Letzte Aktualisierung: 04.03.2020
Kontakt