Grippe und Impfmüdigkeit

Wie wird die kommende Grippesaison sein? Sind die Menschen vermutlich weniger geschützt? Ist das Risiko, an Grippe zu erkranken, durch Corona gestiegen? Betriebsarztservice beleuchtet das Thema. 

Die Covid-Pandemie hat unsere Leben verändert. Viel mehr als früher denken wir nun an Impfungen und werden damit auch nahezu täglich konfrontiert. Damit steigt leider auch die Impfmüdigkeit, was Folgen für die kommende Grippewelle haben kann.
Die Risiken, die damit einhergehen, sind nicht zu unterschätzen. 

Die ganze Welt spricht über Impfungen. Werden sich in diesem Jahr mehr Leute gegen Grippe impfen als früher?  

Schon in der letzten Grippesaison war die Motivation sich zu impfen bereits reduziert und leider ist zu befürchten, dass durch das ständige Corona-Impfthema diese Impfmüdigkeit noch zunimmt. Viele Menschen sind einfach erschöpft von den negativen Nachrichten rund um Krankheit, Todesfälle, Einschränkungen. Sie wünschen sich das unbeschwerte Leben zurück und blenden dann unbewusst die nächste Grippewelle aus. Unsere bisherigen Erfahrungen mit Grippeschutzimpfungen zeigen, dass im betrieblichen Umfeld wenige Beschäftigte geimpft wurden. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn sich dieser Anteil erhöht.

Warum sollen sich Menschen impfen, wenn es im Vorjahr keine Grippeepidemie gegeben hat?  

In der Grippesaison 2020-21 haben sich aufgrund des Lockdowns und der Abstandgebote nur wenige Menschen mit der Grippe infiziert. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass aus diesem Grund nur wenige Menschen einen Immunschutz gegen die Influenza aufgebaut haben. Daher befürchten wir auch eine schwerere Grippewelle in diesem Herbst und Winter. Es ist besonders wichtig, sich in diesem Jahr impfen zu lassen. Und es wäre sicherlich gut, wenn die Menschen weiterhin Maske tragen und sich oft die Hände waschen. Im Freien wird das von vielen zwar nicht mehr gemacht, aber besonders in Innenräumen ist das wichtig, um sich zu schützen. Der beste Schutz ist aber bestimmt die Grippeimpfung.  

Kann eine Grippeimpfung das Immunsystem überlasten, nachdem man bereits gegen Covid geimpft wurde?  

Nein, kann man nicht. Das Immunsystem ist wie ein Muskel, den man trainieren und fördern sollte. Wir Ärzte berücksichtigen stets die Abstände zu anderen Impfungen oder auch die Einnahme von immunmodulierenden Medikamenten. Immunreduzierte Menschen benötigen besonders eine Grippeimpfung.  

Sind Grippeviren durch die Corona-Pandemie aggressiver geworden? 

Viren unterliegen einer ständigen Mutation. Dessen muss man sich bewusst sein. Die Grippeviren sind vermutlich auch aggressiver geworden. Jedoch liegen zurzeit keine eindeutigen Studien vor. 

Es lässt sich jedoch leider nicht vorhersagen, mit welchen Subtypen und wann die Grippe wieder weltweit zirkuliert. Durch die Corona-Pandemie kam es zwar zu einer reduzierten Grippe-Übertragung und damit auch geringerem Schutz innerhalb der Bevölkerung. Das steht aber in keinem Zusammenhang mit der Mutation.   

Mit welchem Impfstoff wird diese Saison geimpft?   

Wir impfen tetravalent, mit einem vierfachen Impfstoff, bestehend aus zwei Influenza-A-Stämmen und zwei Influenza-B-Stämmen. Es kann allerdings sein, dass diesmal die Treffsicherheit und somit auch der Grippeschutz geringer sein wird. Deswegen, weil es in den südostasiatischen Ländern noch keine Grippewelle gegeben hat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet dort ein halbes Jahr vorher, wie sich die Influenza auswirkt. Dieses Jahr ist die Lage anders und schwierig einzuschätzen. Allerdings kann gesagt werden, dass es durch die Impfung auf jeden Fall einen gewissen Schutz gibt. 

Was sollte man bei einer Grippeschutzimpfung beachten? Darf man Sport betreiben? 

Es wird empfohlen, in den ersten Tagen keine belastenden Sportarten ausüben. Das betrifft Ausdauer-, Kraft- und Leistungssport. Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Armschmerzen oder Müdigkeit sind am Tag nach der Impfung normal. Spazieren oder leichtes Laufen ist möglich, Marathon eher nicht. Es ist wichtig, dass man auf seinen Körper hört und ihn nicht überstrapaziert.  

Welche Nebenwirkungen kann eine Grippeimpfung haben?   

Laut Robert-Koch-Institut ist der saisonale Influenza-Impfstoff eigentlich gut verträglich. Bei der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es jedoch zu vorübergehenden Lokalreaktionen kommen, wie beispielsweise Rötung, leichte Schmerzen und Schwellung an der Impfstelle. 

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und Influenza?   

Bei Influenza handelt es sich um eine durch Influenzaviren ausgelöste Erkrankung, die mit Symptomen, wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber und einem maximalen Krankheitsgefühl einhergeht. Symptome ohne Fieber werden von Laien oft als Erkältung beschrieben, mit Fieber als grippaler Infekt. Es kommt immer wieder zu einer Durchmischung der Begrifflichkeiten, weil Menschen häufig nicht zwischen den Symptomen und deren Ursachen (viraler oder bakterieller Infekt) unterscheiden können. Die Grippe und ihre Symptome beginnen sehr schnell, wohingegen die Erkältung eher schleichend beginnt. Bei der Grippe liegt die Körpertemperatur für 3-4 Tage über 38,5 Grad und bei einer Erkältung eher im mäßigen Bereich, meist unter 38,5 Grad. Bei der Grippe sind Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit sehr stark ausgeprägt, bei der Erkältung stehen eher Halsschmerzen und das Kratzen im Hals im Vordergrund. Manchmal fällt es sogar Ärzten schwer, beide Erkrankungen zu unterscheiden, da die Symptome ähnlich sind. Im Zweifel hilft ein Labortest, wie z.B. ein Influenza-Schnelltest. 
Eine Virusgrippe (Influenza) ist keine einfache Erkältungskrankheit, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. Besonders chronisch 
Kranke, Menschen ab 60 Jahre sowie Schwangere sollten eine Impfung bekommen, da bei diesen Menschen ein erhöhtes Risiko besteht, 
dass die Erkrankung schwerwiegende Folgen hat. 

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